Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026Erstveröffentlichung: 4. Juni 2026Von Volljurist Kai Lange, LR Schuldnerberatung
Kurze Antwort: Eine Privatinsolvenz ohne verwertbares Vermögen kostet erfahrungsgemäß rund 3.000 Euro für Gericht und Insolvenzverwalter bzw. Treuhänder. Im Voraus zahlen müssen Sie diesen Betrag nicht: Auf Antrag stundet das Gericht die Verfahrenskosten bis zur Restschuldbefreiung (§ 4a InsO). Bei der LR Schuldnerberatung ist das Erstgespräch kostenfrei – über die Kosten einer Beauftragung klären wir Sie im Gespräch auf.
Schildern Sie uns Ihre Situation – wir sagen Ihnen, welche Wege Ihnen offenstehen und was der nächste Schritt ist. Das Erstgespräch ist kostenfrei und unverbindlich; über die Kosten einer Beauftragung klären wir Sie im Gespräch auf.
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Welche Kosten entstehen bei einer Privatinsolvenz und wie werden sie gestundet? Verständlich erklärt von der LR Schuldnerberatung.
Welche Kosten entstehen bei der Privatinsolvenz?
Bei einer Privatinsolvenz fallen vor allem Gerichtskosten sowie die Vergütung des Insolvenzverwalters bzw. Treuhänders an. Die genaue Höhe hängt vom Einzelfall ab.
Häufig ist bei einer Privatinsolvenz kein verwertbares Vermögen vorhanden. Man spricht dann von einem masselosen Verfahren: Der Insolvenzverwalter kann keine Gelder für die Insolvenzmasse erzielen. In solchen Verfahren betragen die Kosten für Gericht und Verwalter erfahrungsgemäß rund 3.000 Euro.
💡 Kurz erklärt: Auch wer die Kosten nicht sofort tragen kann, hat über die Kostenstundung Zugang zur Privatinsolvenz. Den gesamten Ablauf erklären wir separat.

Aus welchen Posten setzen sich die Kosten zusammen?
- ✓Gerichtskosten für das Insolvenzverfahren
- ✓Vergütung des Insolvenzverwalters / Treuhänders
- ✓gegebenenfalls Auslagen und Zustellkosten
Wie sich die Kosten im Verlauf des Verfahrens verteilen, hängt auch von der Dauer der Privatinsolvenz ab.
Kostenstundung: Verfahren trotz fehlender Mittel
Reichen Ihre Mittel nicht aus, können die Verfahrenskosten auf Antrag gestundet werden. Die Voraussetzungen sollten Sie individuell prüfen lassen.
Können Sie die rund 3.000 Euro eines masselosen Verfahrens nicht sofort aufbringen, stellen Sie zusammen mit dem Insolvenzantrag einen Stundungsantrag (§ 4a InsO). Das Gericht stundet die Verfahrenskosten dann bis zur Erteilung der Restschuldbefreiung. Erst danach wird geprüft, ob Sie die Kosten in Raten zurückzahlen können (§ 4b InsO, höchstens 48 Monatsraten). Die Stundung betrifft nur die Gerichts- und Verwalterkosten des Verfahrens.
Wie hoch sind Gerichtskosten und Verwaltervergütung?
Die Kosten des Verfahrens sind gesetzlich geregelt. Sie setzen sich aus den Gerichtskosten, der Vergütung des Insolvenzverwalters bzw. Treuhänders und Auslagen zusammen und hängen davon ab, wie viel Vermögen vorhanden ist und wie viele Gläubiger Forderungen anmelden.
In einem masselosen Verbraucherverfahren liegen Gerichts- und Verwalterkosten zusammen erfahrungsgemäß bei rund 3.000 Euro. Ist verwertbares Vermögen vorhanden, steigen die Kosten mit der Masse – sie werden dann aber auch aus ihr bezahlt. Was der Verwalter tut und darf, lesen Sie unter Insolvenzverwalter: Aufgaben und Befugnisse.
Wer zahlt die Verfahrenskosten – und wann?
- Aus der Insolvenzmasse: Die Kosten des Verfahrens werden vorab aus dem beglichen, was der Verwalter einnimmt – aus verwertetem Vermögen und dem pfändbaren Teil Ihres Einkommens. Erst danach erhalten die Gläubiger etwas.
- Bei Stundung: Zu Beginn müssen Sie nichts zahlen. Gehen während des Verfahrens pfändbare Beträge ein, verwendet der Treuhänder sie zuerst zur Deckung der gestundeten Kosten.
- Nach der Restschuldbefreiung: Ist dann noch ein Rest offen, setzt das Gericht Raten fest, die sich nach Ihrem Einkommen richten – höchstens 48 Monatsraten. Wer auch nach der Restschuldbefreiung nur ein geringes Einkommen hat, zahlt keine oder nur kleine Raten.
Von den Schulden, die unter die Restschuldbefreiung fallen, bleibt nichts zurück. Offen sein können danach nur noch die gestundeten Verfahrenskosten.
Wann wird die Kostenstundung bewilligt – und wann aufgehoben?
Die Stundung erhalten natürliche Personen, die die Restschuldbefreiung beantragt haben und deren Vermögen voraussichtlich nicht ausreicht, um die Verfahrenskosten zu decken (§ 4a InsO). Ausgeschlossen ist sie, wenn Sie in den letzten fünf Jahren wegen einer Insolvenzstraftat zu mehr als 90 Tagessätzen Geldstrafe oder mehr als drei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt wurden.
Die Stundung ist an Ihr Verhalten im Verfahren geknüpft. Das Gericht kann sie aufheben (§ 4c InsO), wenn Sie
- im Antrag vorsätzlich oder grob fahrlässig falsche Angaben gemacht haben,
- mit einer festgesetzten Rate länger als drei Monate schuldhaft im Rückstand sind,
- keine angemessene Erwerbstätigkeit ausüben und sich auch nicht um eine solche bemühen oder
- die Restschuldbefreiung versagt oder widerrufen wird.
Dann werden die Kosten sofort fällig. Einzelheiten: Aufhebung der Kostenstundung.
Was kostet die anwaltliche Begleitung?
Das Erstberatungsgespräch ist kostenfrei. Die Kosten der Schuldnerberatung können zum Beispiel aus ersparten Raten gezahlt werden. Was das heißt und welche Kosten entstehen, erklären wir im Erstberatungsgespräch. Die Stundung des Gerichts erfasst nur die Gerichts- und Verwalterkosten des Verfahrens.
Was ein Anwalt in der Privatinsolvenz für Sie übernimmt, lesen Sie unter Insolvenzanwalt; einen Vergleich mit anderen Angeboten finden Sie unter Was kostet eine Schuldnerberatung?
Kosten der Regelinsolvenz
Für Selbstständige und ehemals Selbstständige im Regelinsolvenzverfahren gelten dieselben Grundsätze. Die Kosten fallen meist höher aus, weil mehr Gläubiger beteiligt sind und häufig ein Betrieb abzuwickeln ist. Auch hier können natürliche Personen die Stundung der Verfahrenskosten beantragen. Mehr dazu: Regelinsolvenz: Voraussetzungen, Ablauf, Dauer und Kosten.
Häufige Fragen zu den Kosten
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Dieser Ratgeber behandelt einen Teilaspekt der Privatinsolvenz. Einen vollständigen Überblick über Ablauf, Dauer, Kosten und den Weg zur Restschuldbefreiung finden Sie auf unserer Hauptseite zur Privatinsolvenz.
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