Privatinsolvenz beantragen – Ablauf, Kosten & Restschuldbefreiung
In nur 3 Jahren schuldenfrei – verständlich erklärt von Fachanwalt Kai Lange & Rechtsanwalt Christian Nast. Jetzt kostenlose Erstberatung sichern.
Privatinsolvenz: Der gesetzliche Neustart in 3 Jahren
Die Privatinsolvenz – rechtlich als Verbraucherinsolvenz bezeichnet – ist ein gesetzlich geregeltes Verfahren, das überschuldeten Privatpersonen ermöglicht, nach drei Jahren vollständig schuldenfrei zu werden. Das Verfahren ist in §§ 304 ff. der Insolvenzordnung (§ 305 InsO) gesetzlich geregelt. Seit dem 1. Oktober 2020 dauert das Verfahren einheitlich 3 Jahre – unabhängig davon, wie viel Sie zahlen können.
💡 Gut zu wissen: Viele Mandanten vermeiden die Privatinsolvenz vollständig über eine außergerichtliche Schuldenbereinigung. Ob das möglich ist, klären wir im kostenlosen Erstgespräch.
Privatinsolvenz Voraussetzungen: Wer kann sie beantragen?
- ✓ZahlungsunfähigkeitSie können Ihre fälligen Schulden dauerhaft nicht mehr bedienen.
- ✓VerbraucherstatusKein aktiv Selbständiger – Angestellter, Rentner, Arbeitsloser. Vormals Selbständige möglich bei max. 19 Gläubigern.
- ✓Wohnsitz in DeutschlandIhr Lebensmittelpunkt liegt in Deutschland.
- ✓Außergerichtlicher EinigungsversuchNachweislicher Versuch einer Einigung mit Gläubigern – durchgeführt von einem Rechtsanwalt oder einer anerkannten Beratungsstelle.
Beauftragen Sie ausschließlich Rechtsanwälte oder anerkannte Beratungsstellen. Nur ein Rechtsanwalt oder eine staatlich anerkannte Beratungsstelle darf die Erfolglosbescheinigung nach § 305 Abs. 1 Nr. 1 InsO ausstellen. „Kaufmännische Schuldnerberatungen" oder reine Inkassodienstleister sind dazu nicht berechtigt – und versperren Ihnen damit den Weg ins Insolvenzverfahren. Registrierte Rechtsdienstleister können Sie im offiziellen Rechtsdienstleistungsregister der BaFin prüfen.
Warnsignale unseriöser Anbieter: Werbeversprechen wie „schuldenfrei in 3 Monaten" oder „Schufa-Eintrag löschen" sind unmöglich – das Verfahren dauert gesetzlich drei Jahre, Schufa-Einträge können nicht gelöscht werden. Auch Pauschalpreise ohne schriftlichen Beratungsvertrag und feste Gebühren nach RVG oder InsBerV sind ein Warnsignal.
Privatinsolvenz Ablauf: Die 6 Schritte zur Schuldenfreiheit
- 1Bestandsaufnahme & BeratungAnalyse der Gesamtverschuldung und Entwicklung einer individuellen Strategie durch einen spezialisierten Rechtsanwalt.
- 2Außergerichtlicher EinigungsversuchSchuldenbereinigungsplan an alle Gläubiger. Stimmen alle zu: Schuldenfreiheit ohne Insolvenz. Scheitert der Versuch: Erfolglosbescheinigung wird ausgestellt.
- 3Antragstellung beim InsolvenzgerichtAntrag auf Eröffnung + zwingend gleichzeitig: Antrag auf Restschuldbefreiung + ggf. Antrag auf Kostenstundung.
- 4Eröffnung & VermögensprüfungAb dem ersten Tag gilt Vollstreckungsschutz – keine Kontopfändung, keine Lohnpfändung, kein Gerichtsvollzieher mehr.
- 5Wohlverhaltensphase (3 Jahre)Pfändbaren Einkommensanteil abführen, Änderungen melden (Jobwechsel, Umzug, Erbschaften), aktiv kooperieren.
- 6Restschuldbefreiung – der NeustartNach 3 Jahren werden alle verbliebenen Schulden vollständig erlassen – egal wie viel Sie zahlen konnten. Dauerhaft und vollständig schuldenfrei.
Privatinsolvenz Kosten: Was kostet das Verfahren?
Bei der LR Schuldnerberatung wird eine monatliche Rate vereinbart, die Sie tatsächlich tragen können. Das Anwaltshonorar nach RVG ist darin enthalten.
💡 Verfahrensstundung nach § 4a InsO
Mittellose Schuldner können die Stundung der Verfahrenskosten beantragen – die Kosten werden dann erst nach Erteilung der Restschuldbefreiung aus dem dann pfändbaren Einkommen über maximal vier Jahre zurückgezahlt. Geringverdiener haben zusätzlich Anspruch auf Beratungshilfe nach dem Beratungshilfegesetz; der Eigenanteil beträgt 15 Euro, den Berechtigungsschein erhalten Sie beim Amtsgericht.
Privatinsolvenz Vor- und Nachteile im Überblick
✓ Vorteile
- ✓ Laufzeit nur 3 Jahre
- ✓ Vollstreckungsschutz ab Tag 1
- ✓ Restschuldbefreiung ohne Mindestzahlung
- ✓ Klare, gesetzlich geregelte Struktur
✗ Nachteile
- ✗ Arbeitgeber wird angeschrieben
- ✗ Konto eingeschränkt (Lösung: P-Konto)
- ✗ Schufa-Eintrag mehrere Jahre
- ✗ Mitwirkungspflicht 3 Jahre
Welche Schulden bleiben trotz Privatinsolvenz bestehen?
Die Restschuldbefreiung erfasst nicht alle Schulden. Folgende Verbindlichkeiten bleiben nach § 302 InsO bestehen:
- Schulden aus vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlungen
- Rückständige Unterhaltsforderungen, die vorsätzlich nicht gezahlt wurden
- Schulden aus Steuerstraftaten (bei rechtskräftiger Verurteilung)
- Geldstrafen und gleichgestellte Verbindlichkeiten
Häufige Fragen zur Privatinsolvenz
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