Privatinsolvenz anmelden

Privatinsolvenz anmelden

Sie wollen Privatinsolvenz anmelden? Vor allem aber glauben Sie Privatinsolvenz anmelden zu müssen? Weil es der einzige Weg ist? Ebenso fragen Sie sich, ob das so einfach geht? Vor allem fragen Sie sich, welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen? Außerdem ist Ihnen unklar, ob Sie erneut eine Privatinsolvenz anmelden können? Fragen über Fragen. Und es gibt noch viel mehr. Auf die wichtigsten Fragen gehen wir in dem aktuellen Beitrag ein.

Privatinsolvenz anmelden: Wer wir sind?

Wir sind die LR Schuldnerberatung. Bei der LR Schuldnerberatung sind Rechtsanwälte tätig, eine zertifizierte Schuldnerberaterin sowie Fachpersonal, also Rechtsanwaltsfachangestellte. Ein Rechtsanwalt der Kanzlei darf den Titel Fachanwalt für Insolvenzrecht führen. Kurz gesagt: Wir wissen also wovon wir reden. Los geht´s!

Was ist eine Verbraucherinsolvenz?

Die Privatinsolvenz heißt eigentlich Verbraucherinsolvenz. Wenn Sie also eine Privatinsolvenz anmelden stellen Sie eigentlich einen Antrag auf Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens. Die Verbraucherinsolvenz kann ein Verbraucher beantragen. Jedoch kann ein Selbständiger sie nicht anmelden. Denn ein vormals Selbständiger (eigentlich jetzt Verbraucher) muss ggf einen Regelinsolvenzantrag stellen. Zum Beispiel ist das dann der Fall, wenn er mehr als 20 Gläubiger hat. Kurz gesagt ist eine Verbraucherinsolvenz  ein staatliches Verfahren mit dem Ziel der Entschuldung und Befriedigung von Gläubigern. Deshalb müssen Sie für die Entschuldung Teile Ihres Einkommens und auch Vermögen hergeben.

Was ist eine Regelinsolvenz?

Eine Regelinsolvenz unterscheidet sich vom Ablauf her nicht großartig von einer Verbraucherinsolvenz. Eine Regelinsolvenz beantragen muss der Selbständige und der vormals Selbständige mit zB mehr als 20 Gläubigern. Daneben juristische Personen. Auch sie entschuldet und dient der gleichmäßigen Gläubigerbefriedigung.

Privatinsolvenz anmelden. Wie kommt man da rein?

Mit Hilfe eines Anwalts oder einer sozialen Schuldnerberatung unternehmen Sie einen Einigungsversuch. Scheitert dieser, so können Sie einen Antrag stellen.

Privatinsolvenz anmelden. Wann ist das sinnvoll?

Die Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Aus der Erfahrung der letzten Jahre heraus kann man sagen, dass die Verschuldung zum Einkommen passen muss. Sie müssen ein gutes Ratenzahlungsangebot unterbreiten, dh über Einkommen verfügen. Alternativ erhalten Sie Hilfe aus Ihrem familiären oder freundschaftlichen Umfeld. Ein Hartz-4 Empfänger kann keine Rate anbieten, so dass diesem eine Antragstellung zu empfehlen ist.

Beispiel 1

Mandant erhält Hartz 4 in Höhe von unter EUR 500,00. Verschuldung EUR 10.000,00. Eine monatliche Rate kann nicht aufgebracht werden. Privatinsolvenz sinnvoll.

Beispiel 2

Mandantin erhält EUR 2.000,00 netto bei einer Unterhaltsverpflichtung. Es sind monatlich EUR 188,92 pfändbar nach der Pfändungstabelle (bis 2021). Hat diese eine Verschuldung von EUR 10.000,00, so kann eine Entschuldung wahrscheinlich über den außergerichtlichen Einigungsversuch erfolgen.

Wichtig! Welchen Nachteil hat eine Privatinsolvenz? Welche Nachteile können den Vorteil der Entschuldung aufwiegen?

Kann jeder in die Privatinsolvenz gehen?

Jeder Verbraucher oder vormals Selbständiger mit geordneten Vermögensverhältnissen kann in die Privatinsolvenz gehen. Es ist aber auf Sperrzeiten zu achten. Sie waren schon einmal in der Insolvenz? Dann geht es nicht sofort wieder. Die Sperrzeit ist abhängig von der Beendigungsart der Insolvenz. Entscheidend ist, ob Sie die Restschuldbefreiung erhalten haben oder sie Ihnen versagt worden ist.

Wie viel muss ich in der Privatinsolvenz zahlen?

Zunächst tragen Sie die Kosten.

Zu den Kosten des Verfahrens: Sie zahlen die pfändbaren Beträge aus Einkommen nach der Pfändungstabelle. Verfügen Sie über keine pfändbaren Beträge, so wird ein Stundungsantrag gestellt. Sie müssen dann nichts zahlen, um das Verfahren eröffnet zu bekommen. Nach Ablauf der drei Jahre bekommen Sie allerdings eine Gerichtskostenrechnung über ca EUR 1.500,00, die dann (in Raten) zu zahlen ist.

Zu den Kosten bei uns: Wir unterscheiden, ob es sich um das Mandat Insolvenzantragstellung handelt, Es wird ein Pauschalhonorar nach Arbeitsaufwand festgelegt, das in monatlichen Raten gezahlt werden kann. Handelt es sich um ein „Schuldenregulierungsfall“, so ist unser Honorar in der monatlichen Rate enthalten. Die Bedeutung wird Ihnen im kostenfreien Erstgespräch erläutert.

Wer darf Sie in die Privatinsolvenz bringen?

Voraussetzung für den Antrag ist eine Erfolglosbescheinigung. Diese bescheinigt, dass der außergerichtliche Einigungsversuch, der zwingend durchzuführen ist vor Antragstellen, erfolglos gewesen ist. Bescheinigen kann dies nur eine geeignete Person (Rechtsanwalt zB) oder eine anerkannte Stelle (Caritas, Diakonie zB). Lassen Sie also die Finger von einer kaufmännischen Schuldnerberatung.

Wie lange dauert die Privatinsolvenz?

Seit dem 1.10.2020 dauert die Privatinsolvenz nur noch drei Jahre.

Wie ist der Ablauf bis zur Eröffnung der Privatinsolvenz?

Der Ablauf gestaltet sich so, dass zunächst ein außergerichtlicher Einigungsversuch versucht werden muss. Wenn dieser erfolgreich ist haben Sie eine Insolvenz vermieden. Sie können auch keinen Antrag stellen. Scheitert der Einigungsversuch, so kann Insolvenzantrag gestellt werden. Einen anderen Ablauf gibt es für den Verbraucher nicht. Der Selbständige muss den außergerichtlichen Einigungsversuch nicht unternehmen.

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Wikipedia

Privatinsolvenz anmelden

Privatinsolvenz anmelden / Fachanwalt für Insolvenzrecht Kai Lange


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